Wappen von Lauchringen:
Geteilter Schild, oben von Silber über Rot durch drei aufsteigende Spitzen geteilt, unten in Blau ein schreitender silberner Schwan.
Der Zusammenschluss der beiden Gemeinden wird durch das Wappen der neuen Gemeinde zum Ausdruck gebracht. Das obere Feld zeigt das frühere Wappen von Oberlauchringen, das untere das von Unterlauchringen. Von den als Flaggenfarben in Frage kommenden Möglichkeiten Rot-Weiß oder Weiß-Blau hat der Gemeinderat die letztere gewählt. Das Wappen nebst der Flagge ist der Gemeinde am 08. Oktober 1971 vom Innenministerium verliehen worden
Wappen von Oberlauchringen:
Von Silber über Rot durch drei aufsteigende Spitzen geteilt.
Ende des 17. Jahrhunderts starb das, die Landgrafschaft Klettgau regierende Geschlecht der Grafen zu Sulz aus. 1895 machte das Generallandesarchiv den Vorschlag, die sogenannten "klettgauischen Spitzen" oder auch die "sulzischen Spitzen" als Gemeindewappen anzunehmen. Der Vorschlag wurde jedoch erst 1929 angenommen; die Ortsfarben waren Rot-Weiß.
Wappen von Unterlauchringen:
In von Blau und Silber geteiltem Schild, oben ein schreitender silberner Schwan.
Bis zum Anfall an Baden 1806 hatten die Landeshoheit über Unterlauchringen die Fürstenberger als Nachfolger der Grafen von Lupfen-Stühlingen. Deren Wappen war Blau und Silber geteilt, die Helmzier ein silberner Schwanenhals mit rotem Schnabel. Die Wappenfarben sind somit die der Grafen von Lupfen, der Schwan stammt von deren Helmzier. 1895 hat die damalige Gemeinde das Wappen auf Rat des Generallandesarchiv angenommen
Die Entwicklungen der Gemeinde
Die geschichtliche Entwicklung
Die geschichtliche Entwicklung
In der Ebene des unteren Klettgaus, überragt von der 629 m hohen
Küssaburg, dem geschichtsträchtigen Wahrzeichen dieser Landschaft, liegt die Gemeinde Lauchringen (354 bzw. 356 m ü. d.M.) mit ihren ca. 8118 Einwohnern.
Lauchringen, ein Ort mit der Endung "-ingen", gilt als frühalemannische Siedlung. Auch Funde im Gemeindegebiet lassen darauf schließen, dass hier sehr früh Menschen gelebt haben. Erste schriftliche Quellen ergeben sich aus den Besitzrechten der Klöster ab der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts n. Chr.
So erscheint der Ortsname Lauchringen, gemeint Oberlauchringen, erstmals in einer Urkunde des Inselklosters Rheinau vom Jahre 860.
Die ehemalige Gemeinde Oberlauchringen
Lauchringen, hier zu verstehen als Oberlauchringen, gehörte von jeher zum Klettgau. Von ihm trennte die Wutach den Alpgau, also das offene Land zwischen Wutach und Schwarzwald. Die Bezeichnung "Alpgau" ist verschwunden; sein Gebiet umfasst die spätere "Landgrafschaft Stühlingen".
In Lauchringen, wie sonst im Klettgau, hatte insbesondere das Kloster Rheinau Besitzungen. Daneben bestanden auch Grund? und Bodenrechte anderer Klöster, in bedeutendem Umfang das Kloster St. Blasien. In Zusammenhang mit letzterem wird im Jahre 1150 das einzige Mal ein in Lauchringen ansässiges, edelfreies Geschlecht, nämlich "Bertoldus, Adelbero und Marcwardus de Louchiringin", neben anderen Edlen und Freien, u.a. von Krenkingen und Küssaberg, erwähnt. Besitzrechte sind auch von den Herren von Erzingen nachweisbar.
Für die damals wichtigen Klöster waren von den Königen freiadelige Herren als Vögte eingesetzt. Diese aber erweiterten oft ihren eigenen Machtbereich auf Kosten der Klöster und zu Lasten der Untertanen. Nach mehrfachem Wechsel erhielten schließlich die Grafen von Habsburg-Laufenburg die Klostervogtei Rheinau, die auch in Lauchringen Besitzungen hatte.
1294 hatten die Grafen Habsburg-Laufenburg die Burg und Herrschaft Balm erworben und nahmen dort ihren Sitz. Anfang des 14. Jahrhunderts wurde ihnen auch die Landgrafschaft Klettgau übertragen. Durch Heirat kamen die Herren von Sulz in den Besitz des Klettgaus, zunächst mit dem Sitz auf Schloss Balm, später auf dem Schloss in Tiengen.
Anfang des 14. Jh. hatte die Herrschaft Österreich das hohe Gericht in Oberlauchringen. Zu dieser Zeit ist bereits eine Taverne, das Gasthaus "Adler", aufgeführt, wo später das freie kaiserliche Landgericht tagte. Die dem Grafen von Habsburg zinsbare Taverne "Adler", wird als eines der ältesten Wirtshäuser der Landschaft zu Anfang des 14. Jahrhunderts genannt. Besondere Bedeutung hatte der Adler wie erwähnt, als Tagungsstätte des Freien Kaiserlichen Landgerichtes, wovon der 1578 angebaute Teil des Hauses mit den Treppengiebeln zeugt.
Im Saal, in dem das Landgericht tagte, durfte nicht gewirtet werden und die Landgrafen behielten sich einige Räumlichkeiten zum persönlichen Gebrauch vor. Der Adlerwirt hatte die Verpflichtung den Straßenzoll an der freien kaiserlichen Reichsstraße, an welcher der Adler lag, und die dem Landgrafen zustehenden Abgaben einzuziehen. Am 9. August 1781 machte Kaiser Josef II. anlässlich einer Reise von Wien nach Paris im Adler Station.
Bis zum Eisenbahnbau war der Adler durch die Jahrhunderte Poststation für Postreiter und Kutschen, woran das eindrucksvolle, mit dem Reichsadler und dem Fürstenwappen der Thurn und Taxis bemalte Postschild und der Aufschrift "Kayserliche Reichs Post Thiengen 1782" erinnert.
Im Jahre 1497 wurden die Sulzer Pfandherren der bischöflich-konstanzischen Küssaburg und hatten auch dort zeitweise ihren Sitz. Mit der Küssaburg waren für unsere Landschaft unheilvolle Geschehnisse verbunden. Soziale und rechtliche Benachteiligungen bedrückten ihre Bewohner und führten schließlich 1525 zum Aufstand, der mit ihrer blutigen Niederlage endete. Nach verstärktem Ausbau der Burg wurde sie im 30?jährigen Krieg 1634 von der kaiserlichen Besatzung in Brand gesteckt und für alle Zeiten zerstört.
Die Grafen von Sulz regierten im Klettgau bis zum Aussterben der männlichen Linie im Jahre 1687. Sie wurden von den Fürsten von Schwarzenberg abgelöst. 1806 folgte das Großherzogtum Baden.
Zu den ältesten Gütern des Dorfes Oberlauchringen zählt die ehemalige herrschaftliche Mühle.
Einige beachtliche Baudenkmäler, wie das bereits erwähnte weit bekannte Gasthaus "Adler" und das frühere Gasthaus zum "Hirschen", sind in gut renoviertem Zustand vorhanden.
Die Badische Revolution 1848/49 ging auch an Oberlauchringen nicht spurlos vorüber. Im April 1848 ruft der Radikale Hecker zum Marsch in die Revolution auf, dem auch Menschen unserer Gegend folgten. Nach der Niederschlagung durch die Regierungstruppen wurden lange Freiheitsstrafen verhängt und Oberlauchringens damaliger Bürgermeister Bercher wurde abgesetzt.
Jahre der Spannungen und der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Preußen und Österreich folgten bald jener Zeit. Das Jahr 1870 brachte den Krieg mit Frankreich, der zugunsten Deutschlands entschieden wurde. Das Deutsche Reich wurde 1871 gegründet.
1914 brach dann der Erste Weltkrieg aus. Auch aus Oberlauchringen wurden von da an fast täglich Männer zum Kriegsdienst eingezogen und mit der Zeit trafen auch die ersten Meldungen über Gefallene in Oberlauchringen ein. Nach dem Friedensvertrag von Versailles 1919 kehrten die Soldaten und nach und nach auch die Kriegsgefangenen nach Oberlauchringen zurück.
1929 errichtete man in Oberlauchringen ein Denkmal zu Ehren der Kriegsopfer . Dieses musste dann schon 1946 erweitert werden, da der zweite Weltkrieg von Oberlauchringen 86 Tote und Vermisste forderte.
Die ehemalige Gemeinde Unterlauchringen
Der Ort Unterlauchringen, rechts der Wutach gelegen und damit dem alten Alpgau zugehörig, im Gegensatz zu dem damals viel größeren Oberlauchringen im alten Klettgau, wurde in der früheren Geschichte nicht eigens erwähnt. Im 13. Jahrhundert strebten die edelfreien Herren von Krenkingen an, unter Missbrauch der Vogteirechte über die Abtei Rheinau, in dem ihnen angestammten Herrschaftsgebiet an der unteren Wutach und Steina ein möglichst geschlossenes Territorium zu schaffen. In unmittelbarer Nachbarschaft, im damaligen Dorf Tiengen, hatten die Krenkinger schon früh eine Burg errichtet. Dort entstanden später ein Markt und noch vor der Mitte des 13. Jahrhunderts die Stadt Tiengen.
Nachweislich hatten die Herren von Krenkingen‑Weißenburg in solcher Nähe auch auf Gemarkung Lauchringen Besitz an sich gebracht. Er war später auf die Herren von Erzingen übergegangen.
Es liegt nahe, dass das Dorf Unterlauchringen von den Krenkingern in die Hand der Erzinger gekommen ist. Heinrich der "Ältere" von Erzingen war es, der 1433 das Dorf Unterlauchringen an den mit der Tochter Clara von Erzingen verheirateten Schwiegersohn Peter von Offenburg in Basel verpfändete.
Erstmals und im gleichen Jahr wird auch die Mühle am Laufen urkundlich genannt. Im Jahr 1513 verkaufte Peter von Offenburg, der 1502 auch Bürgermeister zu Basel war, das "Dörffli nidern Lochringen. mit allen Rechten und Zugehörigkeiten an Graf Rudolf III von Sulz (1497‑1535).
Für die beiden Orte Ober‑ und Unterlauchringen hat sich der mehrmalige Wechsel in Herrschaften und Pfandschaften von Tiengen wie auch der Küssaburg zweifelsohne ausgewirkt. Dazu ist zu vermerken, dass u.a. die rechts der Wutach gelegenen Gemarkungsteile von Oberlauchringen und hauptsächlich von Unterlauchringen der Landgrafschaft und hohen Gerichtsbarkeit Stühlingen unterstanden. Dies bedeutete, dass in Unterlauchringen die Landeshoheit für den im Bereich der Landgrafschaft Stühlingen liegenden, also überwiegenden Teil der Dorfgemarkung, bei Stühlingen lag und die niedergerichtlichen Befugnisse bei den Herren der Landgrafschaft Tiengen. Diese Rechtsverhältnisse führten immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen den beiden Landgrafschaften, bis 1806 Großherzog Karl Friedrich von Baden die Landeshoheit erhielt. Es entstand das Großherzogtum Baden. Damit war auch das staatsrechtliche Schicksal der alten Orte Ober- und Unterlauchringen für die Zukunft bestimmt.
Die Badische Revolution 1848/49 bekam auch die Gemeinde Unterlauchringen zu spüren. Der Ort wurde nach der Niederschlagung zeitweise durch die Reichstruppen besetzt und der damalige Bürgermeister Wenzinger abgesetzt.
Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914, wurden auch in Unterlauchringen täglich junge Männer zum Kriegsdienst abberufen.
Nach Beendigung des Krieges wurde in Unterlauchringen 1927 das Kriegerdenkmal im Reiherwald errichtet. Der Zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 forderte von Unterlauchringen 143 Tote und Vermisste.
Die Gesamtgemeinde Lauchringen
Das Jahr 1971 hat im Zuge der Gebietsreform den Zusammenschluss der beiden selbständigen Gemeinde Ober- und Unterlauchringen zu der neuen Gemeinde Lauchringen gebracht. Sie hatten in der Nachkriegszeit oft gemeinsame Entschlüsse gefasst, sind in Gemeinsamkeit aufeinander zugegangen und zusammengewachsen. Die Entscheidung zu einem Zusammenschluss war wesentlich von der geschichtlichen Verbundenheit beider Gemeinden beeinflusst, die bereits im 13. Jahrhundert gemeinsam genannt wurden. Somit brachte diese Gebiets- und Verwaltungsreform nach 670 Jahren diese Gemeinsamkeit wieder.
Die land- & forstwirtschaftliche Entwicklung
Die land- & forstwirtschaftliche Entwicklung
Bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wies die damalige Gemeinde Oberlauchringen bei fast konstanten Einwohnerzahlen im 19. Jahrhundert ungefähr gleichgroße landwirtschaftliche Nutzflächen (rd. 500 ha), zunehmenden Viehbestand und eine etwa noch gleichbleibende Zahl von landwirtschaftlichen Betrieben auf. Indessen ist die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 40 im Jahre 1951 auf jetzt nur noch vereinzelte Haupterwerbsbetriebe zurückgegangen. Die Entwicklung des Dorfes aus der ehedem starken Landwirtschaft tritt im Erscheinungsbild des alten Ortskerns auch heute noch zutage.
Die im ursprünglich kleinen Dorf Unterlauchringen Anfang des 19. Jahrhunderts ansässigen 200 Einwohner lebten fast ausschließlich von der Landwirtschaft. Sie konnte gegenüber Oberlauchringen nur auf einem verhältnismäßig kleinen Gemeindegebiet betrieben werden. Die bewirtschaftete Nutzfläche betrug um die 200 ha, der Viehbestand 167. Im Jahr 1983 bewirtschafteten noch vier Landwirte 105 ha Nutzfläche; es wurden noch 49 Stück Rindvieh und 700 Schweine gezählt. Nach neuestem Stand ist im Ortsteil Unterlauchringen noch ein Haupterwerbslandwirt verblieben, der sich schon vor Jahren ausschließlich auf Schweinehaltung umgestellt hat. Drei Nebenerwerbslandwirte, z.T. mit Schafhaltung, bewirken gemeinsam auch die so wichtige Landschaftspflege in Unterlauchringen, das sich schon vor dem Zweiten Weltkrieg zur vorwiegend Industrie? und Arbeiterwohngemeinde entwickelt hatte.
Mit einem Anteil von heute rd. 381 ha des Lauchringer Gemeindegebiets von 1.276 ha war der Wald einst für Lauchringen von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Bei steigenden Erträgen aus Gewerbe- und Einkommenssteuer ab den 60-er Jahren trat der Wald finanziell in der Gemeindewirtschaft zusehends zurück. Für das Wachstum des Lauchringer Waldes sind die klimatischen Bedingungen recht günstig. In geologischer Hinsicht stockt er auf einer Vielfalt von Ausgangsgrundlagen. Das Verhältnis von Laub- zu Nadelbäumen beträgt 56 zu 44. Dem Erhalt des Laubwaldcharakters gilt verstärkte Aufmerksamkeit.
Mehr denn je ist erfreulicherweise erkannt, dass der Wald ein ganz bedeutender ökologischer Schutz- und Ausgleichsfaktor ist. Als Teil einer Erholungslandschaft für den Menschen ist er von besonderer Schönheit und für Tier- und Pflanzenarten ein notwendiges Naturgut; er schützt auch das wertvolle Grundwasservorkommen
Die wirtschaftliche Entwicklung
Die wirtschaftliche Entwicklung
Es war seit eh und je das Bestreben der am Wasser angesiedelten Menschen die Gefahren des Hochwassers zu mindern oder abzuwenden, aber auch die Wasserkraft zu nutzen. Dieses Bemühen verband allezeit die ehemals selbständigen Gemeinden Ober? und Unterlauchringen.
Seit Jahrhunderten bedrohten die Wasser der Wutach, die in zahlreichen Windungen und Armen durch die gebietsweise sumpfige Talniederung floss, die beiden Orte und zusätzlich der Kotbach das Dorf Oberlauchringen. Erst die Wutachkorrektur im ersten Teilstück von Oberlauchringen bis Degernau und im Weiterausbau bis Ofteringen 1821 konnten die Überschwemmungsgefahr bannen. Die Regulierung von Schwarzbach und Klingengraben sowie des Kotbaches war erst den Jahren 1956/65 vorbehalten. Nach der Korrektur der Wutach, die bis dahin meist nur in einer Furt überquert werden konnte, ging man auch an den Brückenbau. Von den Verheerungen durch Hochwasser waren die Dorfbewohner nun lange nicht mehr so gefährdet, wenngleich auch bis in unsere Tage starke Regenfälle und Schneeschmelze zu Hochwasser führen und Schäden anrichten können.
Das Wasser der Wutach nutzten die früher fast ausschließlich auf der Landwirtschaft tätigen Bewohner für die Wässerung der Wiesen; die Wasserkraft im besonderen als Energiequelle trieb die schon 1418 erstmals urkundlich erwähnte Mühle in Oberlauchringen, in der die "Untertanen der Flecken Grießen, Geißlingen und Oberlauchringen" ihr Getreide rendlen und mahlen zu lassen hatten. Die Mühle lief bis zum Jahre 1877. In jenem Jahr hatte der Schaffhauser Fabrikant Vogt die Gebäudlichkeiten erworben, um eine Baumwollzwirnerei einzurichten. Anstelle der damals noch vorhandenen fünf unterschächtigen Wasserräder trat eine 45 PS Turbine, die den elektrischen Strom für den Betrieb der Zwirnerei lieferte. Unter wechselnden Schweizer Besitzern lief die Zwirnerei jahrzehntelang und beschäftigte einst 30 ? 40 Personen, meist Frauen. Im Zweiten Weltkrieg stellte sie ihren Betrieb ein. Die für die jahrhundertealte Mühle und ihre Nachfolgebetriebe bedeutende Wasserkraft des alten Mühlekanals wird auch heute noch genutzt. Sowohl die Wasser der Wutach wie auch zeitweise des Mühlewehrs in Oberlauchringen dienten im 19. Jahrhundert auch der Holzflößerei.
Am Siechenbach wurde 1830 die Sägemühle Hartmann errichtet und 12 Jahre später um eine Gipsmühle erweitert. In Unterlauchringen hatte etwa um 1886 die Getreidemühle Häring ihren Betrieb aufgenommen und lief bis zum Jahre 1961. Am Dorfbach Unterlauchringen wurde bald nach der Genehmigung im Jahre 1826 von Johann Baptist Bercher eine Rot? oder Lohgerbe errichtet; später folgte eine Schleifmühle.
Im Gewann "Ibrunnen", unmittelbar an der Wutach und der westlichen Grenze der Gemarkung Unterlauchringen-Tiengen, entstand 1844 eine mechanische Weberei, die 1852 der Schweizer Heinrich Honegger erwarb. Die Wasserkraft der Wutach war es wiederum, welche die mechanische Spinnerei und Weberei, die sogenannte "Honeggerei" antrieb.
Die Fa. Honegger beschäftigte bereits einige Jahre später an 6000 Spindeln und 110 Webstühlen etwa 150 Arbeiter. Zahlreiche Bewohner aus dem Dorf Unterlauchringen und aus dem benachbarten Tiengen hatten Brot und Verdienst gefunden. Nach Ablauf von rund 100 Jahren ging die dann stillgelegte Fabrik käuflich an die große Nachbarin Lauffenmühle über.
Die "Mühlin an der Wut am Louffen bei nider Loucheringen", schon 1433 als herrschaftliche Mühle urkundlich erwähnt, hatte von da an gerechnet rd. 400 Jahre unter Nutzung der Wasserkraft als bedeutende Getreidemühle gedient, der nach einem Beschrieb von 1835 eine Gipsmühle, Ölpresse, Hanfreibe sowie ein landwirtschaftlicher Betrieb mit Gastwirtschaft angeschlossen waren. Im Jahre 1834 hatte der Schweizer Handelsmann Johannes Müller den Gesamtbetrieb gekauft und die Konzession "zur Begründung eines Baumwollspinnerei?Etablissements" erwirkt. Der neue Besitzer errichtete gegenüber der alten Mühle, aber links der Wutach gelegen, ein vierstöckiges Gebäude, nahm darin 13 Spinnstühle mit zusammen dreitausend Spindeln in Betrieb und stellte in dem an die alte Mühle anstoßenden Wohnhaus die ersten Webstühle auf. Neben der Tatsache, dass damals die Schweizer Textilhersteller, bedingt durch den Deutschen Zollverein, gehalten waren, im deutschen Nachbargebiet Produktionsstellen aufzubauen, wenn sie ihren Warenabsatz in Deutschland nicht verlieren wollten, stellte sich primär für die Wahl eines Fabrikstandorts immer die Frage nach der Energiequelle, nämlich nach der Wasserkraft. Diese war durch die Wutach gegeben.
Solche Überlegungen waren, so kann man sicher annehmen, auch für die schon beschriebenen Unternehmen "Baumwollzwirnerei Oberlauchringen" und "Honeggerei" im "Ibrunnen" maßgebend. Das anfängliche Textilunternehmen Lauffenmühle beschränkte sich bis dahin auf die Gebäudlichkeiten links der Wutach, also auf Gemarkung Tiengen
Entscheidend für die damals noch kleine Gemeinde Unterlauchringen war das Jahr 1845: Die Inhaber der Lauffenmühle Fischer wollten auf dem rechten Wutachufer ein 5-stöckiges Fabrikgebäude errichten. Interessant ist dabei, dass der Gedanke dieser Betriebserweiterung auf dem rechtsseitigen Wutachufer unter stärkerer Ausnutzung der Wasserkraft schon mit dem Erwerb der alten Mühle am Lauffen verbunden war. Nach erteilter Bewilligung durch die Großherzogliche Regierung wurde, wie geplant, 1846/47 rechts der Wutach das fünf Stockwerk hohe Fabrikgebäude erbaut, das neben den alten 3.000 Spindeln 10.000 neue aufnahm. Das Wasser der Wutach wurde entsprechend dem für jene Zeit genialen Plan durch einen offenen Kanal auf eine Turbine geleitet und durch ein in Felsen gesprengtes 200 m langes unterirdisches Kanalstück wieder der Wutach zugeführt. Diese Anlage besteht mit modernen Wehranlagen,
Hochleistungsturbinen und Vergrößerung des Kanals auch heute noch. Mit dieser Ausdehnung des Unternehmens auf Unterlauchringer Gemarkung 1847 stieg die Zahl der Beschäftigten bereits auf 250; 10 Jahre vorher waren im Textilbetrieb links der Wutach 105 Personen tätig. Ein Arbeiterwohnhaus war zusammen mit dem Fabrikgebäude errichtet worden. Der Textilbetrieb entwickelte sich nun zunehmend nach oben.
Entscheidend für das nun schnelle Wachstum war die Verlagerung der Produktionsstätte auf die rechte Seite der Wutach, also auf Gemarkung Unterlauchringen, im Jahre 1847. Die kommenden Jahrzehnte waren durch die kontinuierlichen Erweiterungen der Gebäudlichkeiten unter gleichzeitiger Erneuerung des Maschinenparks gekennzeichnet; Arbeiterwohnungen wurden geschaffen. Wenn auch der Betrieb von den Krisenzeiten nach dem Ersten Weltkrieg betroffen wurde, blieb er von der großen Arbeitslosigkeit verschont. 1935 erwarb Dr. Gustav Winkler, Berlin, die Lauffenmühle mit damals 30552 Spindeln und 1104 Webstühlen. Die Zeit der unmittelbar vorausgegangenen unpersönlichen Besitzverhältnisse war beendet.
Auch nach Überwindung der schwierigen Zeiten des Zweiten Weltkrieges und der folgenden Jahre entstand 1956/57 eine neue Spinnerei mit Weberei als geschlossene Großanlage. Die Automation wurde in dem Betrieb, der jetzt 3?schichtig lief, vorangetrieben. Ein Rückschlag trat durch den Großbrand im Jahre 1962 ein. Trotzdem entwickelte sich die Lauffenmühle bei weiterer grundlegender Modernisierung und Automation zu einer der größten Webereien Deutschlands.
Neben dem Textilunternehmen Lauffenmühle haben sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Lauchringen einige mittelständische Industrieunternehmen und eine ganze Reihe von Betrieben des Gewerbes und des Handels niedergelassen. Sie stellen einen für die Wirtschaft der Gemeinde und die Beschäftigung ihrer Einwohner bedeutsamen Faktor dar. Die Gemeinde hat in wirtschaftlichem Weitblick während der vergangenen Jahre bis heute für die Ansiedlung und Erweiterung wirtschaftlicher Unternehmen die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen und neue Gewerbegebiete ausgewiesen. So wurden in vielen Fällen die Standortentscheidungen erleichtert und die Unternehmer bei ihren Anstrengungen, in der Gemeinde Fuß zu fassen, unterstützt.
Abgesehen von dem historischen Standort der Lauffenmühle an der Wutach waren früher die wenigen, kleinen Betriebe vorwiegend im Handwerk, vereinzelt auch im Handel, im Ortsteil Unterlauchringen an der Hauptstraße und im Ortsteil Oberlauchringen an der jetzigen Klettgaustraße angesiedelt. Geringe Ausnahmen bildeten die frühere Spinn? und Weberei der Fa. Honegger in Unterlauchringen, in Oberlauchringen die Zwirnerei am Mühlenbach und später die Konfitürenfabrik Simmler am Bahnhof.
Im Gewann "Wiggenberg" hat die Gemeinde in jüngerer Zeit im Nordosten ihrer Gemarkungsgrenze ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen. Auf ihm haben sich bis jetzt 23 Unternehmungen angesiedelt, z.T. vollkommen neu, aber auch nach Auslagerung aus dem Wohngebiet, oft unter Vergrößerung des Betriebs. Von den 23 Unternehmen entfallen 4 auf Metallverarbeitung, weitere 4 auf das Baugewerbe, 3 auf Fahrzeugbau und Landmaschinen und neben 8 sonstigen je 1 Betrieb auf Fertighausbau, Stahl? und Sanitärgroßfachhandel, KFZ-Teile-Handel und Industrieanlagentechnik. In dem nahe gelegenen Gelände am Bahnhof, an der Ried? und Siemensstraße, haben sich bei weiter vorhandenen Reserveflächen insgesamt 15 Betriebe niedergelassen. Sie werden von der altansässigen Konfitürenfabrik Simmler GmbH angeführt.
Ihr schließen sich 5 Baufirmen, 2 Unternehmen für technisches Gerät, 1 Damenkleiderfabrik und neben 2 sonstigen Betrieben 4 Handelsunternehmungen an. Die Neuanlage von Straßen und großzügigen Parkplätzen steigert die Attraktivität der vorhandenen Einrichtungen und zeichnet die neugeschaffenen Gewerbegebiete aus.
Die an der Hauptstraße im Ortsteil Unterlauchringen und an der Klettgaustraße im Ortsteil Oberlauchringen befindlichen Einzelhandels? und Handwerksbetriebe dienen in der Hauptsache der örtlichen Versorgung, haben aber je nach Branchenart ein größeres Einzugsgebiet aus dem Umland. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden an der Bundesstraße Nr. 34 und in ihrem Nahbereich weitere gewerbliche Unternehmungen. Auf das ganze Gemeindegebiet verteilt sind aus dem Dienstleistungsbereich alle erforderlichen Einrichtungen vorhanden und tragen mit zur Sicherstellung einer ganzheitlichen Versorgung der Bevölkerung einschließlich des türkischen Anteils bei.
Die infrastrukturelle Entwicklung
Die infrastrukturelle Entwicklung
Die Bundesstraße Nr. 34 Basel-Schaffhausen-Singen durchquert die Gemarkung der Gemeinde mit einer Fläche von 1.276 ha. Unterhalb des Bahnhofs Lauchringen zweigt die Bundesstraße Nr. 314 (Wutachtal) ab, die wenig oberhalb die Steinatalstraße aufnimmt.
Die Verbindung zum Rheintal und damit auch zur Schweiz stellt die Landesstraße ab dem westlichen Ende des Ortsteils Unterlauchringen über die Gemeinde Küssaberg Ortsteil Kadelburg- dar, und oberhalb des Ortsteils Oberlauchringen tut dies in gleicher Weise die Landesstraße über die Ortsteile Bechtersbohl, Dangstetten und Rheinheim der Gemeinde Küssaberg.
Seit 1991 entlastet die neue Hochrheinautobahn A 98 in ihrem rd. 3.400 m langen Teilstück ab der westlichen Gemarkungsgrenze bei der Steinabrücke den starken Verkehr der Bundesstraße Nr. 34, nordwärts von dieser, und wartet bei ihrer Einmündung in die Bundesstraße Nr. 314 oberhalb des Bahnhofs Lauchringen auf die Fortführung in ostwärtiger Richtung. Mindestens die Fortsetzung bis kurz vor Geißlingen zur B 34 würde die Verkehrsentlastung des Ortsteils Oberlauchringen und damit der Gesamtgemeinde Lauchringen bewirken.
Am öffentlichen Buslinienverkehr ist Lauchringen auf der Strecke Waldshut-Tiengen und in Richtung Klettgau-Jestetten sowie in das Wutach-, Steina- und Rheintal (Zurzach) angeschlossen.
Seit 1863 besteht, fast parallel zur Bundesstraße Nr. 34, die Eisenbahnlinie Basel-Konstanz bzw. Lindau. Ihr folgte im Jahr 1875 die Fertigstellung der Strecke Oberlauchringen-Stühlingen der Bahnlinie Lauchringen-Immendigen, auf der aber seit Jahren der Verkehr stillgelegt ist. Die Verlagerung von der Schiene auf die Straße folgte zwangsläufig.
Zum Landschaftsbild Lauchringen gehört die Wutach, die ihren Ursprung am Feldberg hat und nach fast 90 km langem Lauf sich mit dem Rhein verbindet. Wie mit der Geschichte der Küssaberg auch das politische Geschehen der Gemeinde jahrhundertelang verbunden war, prägte die Wutach von eh und je die Entwicklung der Gemeinde: Sie war als immerwährende Verbindung der beiden Ortsteile Ober- und Unterlauchringen die bewegende Kraft für die wirtschaftliche Entwicklung der Gesamtgemeinde Lauchringen.
Mit dem fast rasanten Zuwachs der Einwohnerzahlen in Lauchringen ging auch die Schaffung von Wohnungen einher. Neue Wohngebiete entstanden. Sie können sich in ihrer jetzigen Gesamtheit durchaus mit dem Image städtischer Wohnsiedlungen messen. Bei der stetigen Nachfrage nach Bauland hat die Gemeinde in jüngerer Zeit weitere Neubaugebiete erschlossen, z.B. in den Gewannen " Konstanzer Äcker", "Am Landvogtweg", "Am Stöckenweg", "Auf dem Ibrunnen" und "Hochstraß". Sie sind bis auf wenige Plätze alle bebaut.
Auch die Sanierung des alten Kerns im Ortsteil Oberlauchringen schreitet voran und wird, dem Beispiel der Gemeinde folgend, auch von privater Seite vollzogen. Im Ortsteil Unterlauchringen ist am Platze des alten Rathauses ein moderner Mittelpunkt dank großem baulichem Engagement geschaffen worden. Die für die Versorgung der Einwohner erforderlichen Einrichtungen sind in vollem Umfange vorhanden und bei Verzicht auf das Auto zu Fuß oder per Fahrrad leicht erreichbar.
Der aufgezeigten Gesamtentwicklung mussten weitschauende Planungen für die notwendige Infrastruktur vorausgehen. Sie wurden, wie schon anderweitig gesagt, seitens der Gemeinde schnellstens verwirklicht. Ihre offene Siedlungspolitik und ihre Bebauungspläne waren die Grundlage, auf der das Wachstum von Lauchringen gedeihen konnte.
Der hohe Wohnwert der Gemeinde wird durch ein nicht unbeachtliches Freizeitangebot ergänzt. Neben den von ihr geschaffenen zentralen Einrichtungen, wie beheiztes Freischwimmbad, Sportzentrum, Sporthallen u.a., entfalten die Vereine ein weitgefächertes Angebot.



