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Eigene Wetterstation
des Klimabeitrages in Lauchringen errichtet vom 15.01.2018

Dem Klimawandel auf der Spur: Klimabeirat errichtet in Lauchringen einen eigene Wetterstation

Der Klimabeirat Lauchringen errichtet eine gemeindeeigene Wetterstation, um die Auswirkungen des Klimawandels zu dokumentieren.

Der Klimabeirat Lauchringen will mit seiner neuen Wetterstation das Wetter dokumentieren und auf die Auswirkungen des Klimawandels aufmerksam machen

Der Klimabeirat Lauchringen hat eine gemeindeeigene Wetterstation eingerichtet. Langfristiges Ziel ist es, die Auswirkungen des Klimawandels zu dokumentieren, kurzfristig soll die Auseinandersetzung mit dem Thema angeregt werden.

Die Wetterstation beim Tiefbrunnen zwischen Oberlauchringen und Erzingen, im sogenannten "Gehrgass", sammelt unter anderem Daten ├╝ber Temperatur, Niederschlagsmenge und Sonneneinstrahlung. Das Interesse richte sich dabei vor allem auf die immer h├Ąufiger werdenden Extremwetterereignisse wie St├╝rme oder Hitzeperioden, erkl├Ąrt der Vorsitzende des Klimabeirats Norbert M├╝nch. Die im Zweiwochentakt per Notebook ausgelesenen Daten sollen in Zukunft auch ├╝ber eine eigene Homepage ver├Âffentlicht werden.

Der Tiefbrunnen zwischen Oberlauchringen und Erzingen sei f├╝r eine Wetterstation optimal, sagt Oliver Roters, Mitglied im Klimabeirat und Gemeinderat. Im Gegensatz zu der Wetterstation, die seit Jahren auf dem Dach des Rathauses betrieben wird, gibt es hier in weitem Umkreis nichts, was die Daten verf├Ąlschen k├Ânnte. Selbst bei tiefstehender Sonne reichten die Schatten der weit entfernten B├Ąume nicht an die Station heran. Ebenfalls gibt es hier keine Stra├čen ober Geb├Ąude, deren W├Ąrmeabstrahlung ebenfalls zu verf├Ąlschten Werten f├╝hren k├Ânne.

Die Idee zu einer eigenen Wetterstation ist aus Gespr├Ąchen hervorgegangen, die die Gruppe Bildung des Klimabeirats Mitte des Jahres mit den Rektoren ├Ârtlicher Grundschulen gef├╝hrt hatte. Damals sei gro├čes Interesse an einem solchen Projekt ge├Ąu├čert worden, so M├╝nch. Die Kosten f├╝r die ben├Âtigte Technik belaufen sich auf rund 2500 Euro und werden von der Gemeinde getragen. Der ben├Âtigte Mast wurde vom Bauhof aufgestellt. Beratend zur Seite stand dem Projekt Helmut Kohler, der seit Jahren Wetterstationen in Bad S├Ąckingen und Schw├Ârstadt betreibt (www.wetter-schwoerstadt.de). In Zukunft soll an einem noch zu bestimmenden Standort die Freifl├Ąche f├╝r ein "Gr├╝nes Klassenzimmer" entstehen, das Schulklassen f├╝r Experimente und den direkten Unterricht ├╝ber die Natur nutzen k├Ânnen. "Wir k├Ânnen die gesetzten Klimaziele nur erreichen, wenn auch direkt vor Ort daran gearbeitet wird", sagte Norbert M├╝nch zur Motivation von ehrenamtlichen B├╝rgern, die sich im Klimabeirat und an seinen Projekten engagieren.
Alois Kohler hatte die Hauptorganisation der Aufstellung der neuen Wetterstation in Lauchringen ├╝bernommen. Daf├╝r bedankte sich Norbert M├╝nch besonders.

So sehen die ersten Ergebnisse aus

Messdaten der Wetterstation: Niederschlag (Menge und Rate); Lufttemperatur und Wind-Chill (gef├╝hlte Temperatur); Taupunkt; Luftdruck und Luftfeuchte, Windrichtung und -geschwindigkeit, Solarstrahlungsintensit├Ąt u. UV-Dosis, THSW-Index (Temperatur, Feuchte, Sonne, Wind), Evapotranspiration (Verdunstungsmenge) Auswertungen: F├╝r den Zeitraum zwischen dem 27. November und dem 7. Januar konnten bereits erste Daten ausgewertet werden:

Der Lauchringer Dezember 2017 war mit 16 Frosttagen und einer Durchschnittstemperatur von 1,38 Grad Celsius 0,42 Grad k├Ąlter als die Norm von 1981 bis 2010. Mit 83,2 Litern Niederschlag pro Quadratmeter war es 24,8 Liter zu trocken und 18:40 Sonnenstunden reichten nur f├╝r 42 Prozent der Dezembernorm.

Die erste Januarwoche war ohne Frosttage mit einer Durchschnittstemperatur von 6,6 Grad um 5,8 Grad zu warm. Am 10. Dezember wurde mit minus 5,9 Grad die k├Ąlteste Temperatur gemessen.

An 6 Niederschlagstagen fielen mit ├╝ppigen 71,6 Litern bereits 85 Prozent des langj├Ąhrigen Niederschlagsdurchschnitts f├╝r den Monat Januar und die Sonne schaffte mit 9,5 Stunden bisher lediglich 17 Prozent der Januarnorm.

Orkantief Burglind bescherte Lauchringen am 3. Januar mit 93,3 Kilometern pro Stunde die h├Âchste Windgeschwindigkeit der letzten Jahre. Mit 4 Stunden und 40 Minuten zeigte sich die Sonne am Neujahrstag bisher am l├Ąngsten in diesem Jahr.

Text von  Peter Rosa

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